Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

und Traumatherapie



Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Die TP  geht (ähnlich wie die Analytische Psychotherapie) davon aus, dass Symptome auf Schwierigkeiten hindeuten, in der aktuellen Lebenssituation mit alten (z.T. unbewussten) Mustern zurechtzukommen, die früher einmal hilfreich waren, heute jedoch in der Lebensqualität einschränken. Die neurobiologische Forschung hat uns unmissverständlich vor Augen geführt, dass unserem bewussten Erleben keinesfalls die zentrale Stellung als Steuerungsorgan unseres Lebens zukommt, wie es über lange Zeit angenommen wurde. Vielmehr verläuft der größte Teil der Gehirnaktivität über unbewusste, emotional gesteuerte Prozesse. Diese Muster des Fühlens/Denkens/Handelns bilden sich bei allen Menschen entsprechend ihrer Veranlagungen, konflikthaften Lebensgeschichte und individuellen Entwicklungsressourcen heraus. Sie sind Ausdruck der persönlichen Art und Weise, wie ein Mensch das Leben bisher bewältigt hat, entsprechend der persönlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Sie prägen maßgeblich unseren Beziehungsstil im Kontakt mit anderen Menschen und in der Beziehung zu uns selbst.


Meist sind uns diese Bewältigungsmuster und Konfliktdynamiken unbewusst und oft kommen wir jahrelang hinreichend mit ihnen zurecht. Manchmal sind sie uns auch schmerzlich bewusst, aber wir schaffen es noch nicht, sie wie gewünscht zu verändern. In bestimmten, überfordernden Situationen kann es geschehen, dass ein Mensch mit den alten Lösungsstrategien nicht zufriedenstellend weiterkommt und dass sich verschiedene Symptome / Beschwerden entwickeln. Dazu gehören Ängste, Panikattacken, Schmerzen und Missempfindungen ohne ausreichenden medizinischen Befund. Zudem soziale Schwierigkeiten, depressives Erleben, Essstörungen, sexuelle Schwierigkeiten, Todessehnsucht oder auch innere Leere, Unruhe, Schlafstörungen, Arbeitsstörungen, Ausgebrannt-Sein, Lustlosigkeit , Süchte etc. 


Dann kann es hilfreich sein, mittels Psychotherapie in einer Atmosphäre von Wertschätzung und Vertrauen den Bedeutungen dahinter nachzugehen. Oft ist es zunächst wichtig, einen Raum zu erschaffen, in dem Menschen über Schwierigkeiten, Belastungen und Erfahrungen (die einem selbst unter Umständen peinlich oder unangenehm sind) sprechen können. Ausgehend von diesem Raum können nach und nach selbstbestimmt Schritte zu gewünschten Veränderungen unternommen werden.

Die TP versteht seelisches Leid u.a. auch als Folge von Konflikten; diese können innerhalb eines Menschen wirken oder auch zwischen einem Menschen und seinem Umfeld. Ein Beispiel für Ersteres wäre der Konflikt zwischen dem Wunsch, eine unbefriedigende Arbeitsstelle zu kündigen auf der einen Seite versus Angst vor der Veränderung und dem Ungewissen auf der anderen Seite. Ein Beispiel für Zweiteres wäre der Konflikt zwischen dem Bedürfnis eines Menschen nach Wertschätzung und dem Erleben von Entwertung durch das Gegenüber. 

   

Oft sind es Situationen voller Veränderung - Auszug aus dem Elternhaus, Aufnahme eines (neuen) Berufs, Eingehen einer Partnerschaft, Coming-out, Elternschaft, Transition, Verlust, Trennung, Berentung etc., die uns besonders herausfordern und die zu Krisen führen können. Krisen sind Ausdruck starker Konflikte. Viele Krisen lassen sich aus eigener Kraft meistern; wenn Menschen jedoch bemerken, dass dies nicht mehr der Fall ist, ist es sinnvoll, sich professionelle Unterstützung zu suchen. 

   

Psychische Beschwerden werden dabei stets vor dem Hintergrund der Lebensgeschichte reflektiert. Eine Therapie erfordert daher Neugierde und die Bereitschaft, sich damit auseinanderzusetzen, welche Prägungen die eigene Biografie hinterlassen hat, wie sie heutige Schwierigkeiten beeinflussen und welche neuen Entwicklungen möglich werden sollen - um  mehr Lebensqualität und Wohlbefinden herzustellen. Im Falle von Neurodivergenz (Autismus Spektrum und ADHS) werden die mächtigen Einflüsse auf das gesamte Leben selbstverständlich stets mitgedacht.


Behandlung von Traumafolgestörungen 

Ein Trauma entsteht zumeist als Folge körperlicher, psychischer oder seelischer Verletzungen/Vernachlässigung/Gewalt durch andere oder das Beobachten davon. Auch Opfer von Unfällen und Katastrophen entwickeln Traumafolgestörungen. Sind wir wiederholt traumatisierend wirkenden Erfahrungen ausgesetzt, kann sich eine Komplextraumatisierung ausbilden. Dies kann schwerwiegende Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen und deren Mitmenschen haben. Manchmal entwickeln sich vor dem Hintergrund eines Traumas weitere psychische Schwierigkeiten wie Beziehungsstörungen, Depressionen, Essstörungen, Süchte, Schmerzen, Zwänge, Phobien... 


Menschen mit Traumafolgen brauchen meist eine spezielle Behandlung, die sich von einer gewöhnlichen Psychotherapie unterscheidet. Es kommen neben der Sprache als wichtigem Mittel der Therapie auch Methoden der Körperwahrnehmung, Übungen zur Stabilisierung (z.B. mit Hilfe von Imaginationen, Anteile Arbeit) und (falls gewünscht) auch Methoden der Traumakonfrontation zum Einsatz (z.B. EMDR,  Imagery Rescripting and Reprocessing). Entscheidend ist die schrittweise Entwicklung, in sich selbst und im Alltag wieder mehr Halt, relative Sicherheit, Orientierung, Kontrolle und Entspannung herstellen zu können sowie kompetent mit intensiven Emotionen umgehen zu können.


Traumatherapie bedeutet betonte Transparenz / Klarheit in der Planung und dem Handeln (Wann wird was warum gemacht?) unter der Bedingung, dass Patient*in und Therapeut*in ein gemeinsames Verständnis über die bestehenden Probleme entwickeln und Ziele definieren, die für dich / euch wünschenswert sind. Patient*innen haben die Kontrolle und bestimmen das Tempo, es geschieht nichts ohne Einverständnis.
Es gibt immer Platz für Fragen oder Bedenken. Die Beziehung soll sich nach und nach so hilfreich, stabil und vertrauensvoll wie möglich anfühlen.
In einer Traumatherapie geht es auch darum, immer wieder die Erfahrung zu machen, dass Probleme Schritt für Schritt bewältigbar werden, dass es sich lohnt hinzuschauen und dass neue Lebenskraft wachsen kann sowie alte Belastungen schrumpfen bzw verschwinden können.
Dabei gibt es Phasen die sich anstrengend, intensiv oder auch emotional schmerzhaft anfühlen - wie bei jeder Psychotherapie. Manchmal werden Symptome vorübergehend stärker (Vgl. Wachstumsschmerz oder Muskelkater). Dann kümmern wir uns darum, hilfreiche Veränderungen zu finden, damit sich unsere Arbeit trotz aller Anstrengung weiterhin wichtig und nützlich anfühlt.


Eigene Kraftquellen sollen (wieder-)gefunden und gestärkt werden. Menschen lernen, innerlich freier und gelassener zu werden, sich innerlich wie im Außen sicherer und kompetenter zu erleben. Es wächst mehr Flexibilität im eigenen Denken, Handeln, Fühlen sodass Stück für Stück mehr Lebensqualität, Stabilität, Selbstwirksamkeit und Wohlbefinden wachsen kann.


Manchmal kommen uns unsere Gefühle rätselhaft, schwer kontrollierbar, verwirrend, störend oder auch beängstigend vor. Das bewusste und unbewusste Unterdrücken, Vermeiden, Bekämpfen von Emotionen wird in der Psychotherapie Forschung seit langem als eine entscheidende (wenngleich nicht einzige) Ursache und Grund für die Aufrechterhaltung bzw. Verschlimmerung psychischer Probleme, Beziehungsschwierigkeiten und bestimmter Erkrankungen verstanden. Gemeinsam untersuchen wir deine / eure Beziehungen zu den eigenen Emotionen, deren individuelle Bedeutung hinsichtlich menschlicher Bedürfnisse vor dem Hintergrund der Lebensgeschichte und aktuellen Beziehungserfahrungen. Mit seit Jahrzehnten bewährten und von der Forschung gut untersuchten Methoden aus der Traumatherapie arbeiten wir in deinem / eurem  Tempo daran, dass Schwierigkeiten kleiner und Lebensqualität größer werden kann.


Dabei werden Themen sein:
Techniken und Strategien kennenlernen, um mit Emotionen, die als sehr schmerzhaft / problematisch bewertet werden einen hilfreichen Umgang zu finden. Dadurch kann nach und nach die empfundene Lebensqualität, das Selbstwerterleben verbessert sowie das Selbstvertrauen gestärkt und Beziehungskonflikte reduziert werden. Emotionen werden so mit der Zeit verständlich, besser steuerbar und als hilfreicher Teil des Lebens spürbar.

Außerdem  geht es um das Erlernen einer differenzierten Wahrnehmung von sich selbst, Emotionen sowie deren Verbindung zu Gedanken, Verhalten und Körperempfinden. Wachstum von (Selbst-)Mitgefühl anstatt übermäßiger Selbstkritik, -anklage und Beschämung kann ebenfalls wichtig sein. So entsteht mit der Zeit mehr Spielraum im Denken, Fühlen, Handeln sowie in der Beziehung zu anderen Menschen.


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